Wurmerkrankungen

Madenwürmer
Bandwürmer
Spulwürmer


Wurmerkrankungen sind weltweit verbreitet und spielen auch heute noch bei uns in Bezug auf Häufigkeit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die am häufigsten auftretenden Eingeweidewürmer sind Madenwürmer (Oxyuren), Bandwürmer (Taenien), Spulwürmer (Ascariden). Kinder werden bevorzugt befallen, da sie häufig ihre Finger in den Mund stecken. Die Wurmleiden verlaufen vielfach symptomlos. Selten sind ernstere Komplikationen zu erwarten.


Madenwürmer
Die Darminfektion mit Madenwürmern tritt bevorzugt bei Kindern auf. Madenwürmer leben nur im Menschen. Die weiblichen Schmarotzer (ca. 10 mm lang) kriechen nachts aus dem Darm und legen ihre Eier um den After herum ab. Aus diesem Grund lassen sich Wurmeier im Stuhl nicht feststellen. Eine Krankheitshäufung wird besonders in der kalten Jahreszeit festgestellt.
Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Selbstinfektion (After-Finger-Mund-Weg). Aber auch eine Infektion durch Inhalation der Eier ist möglich. Der Nachweis von Eiern erfolgt durch Analabstrich (in 50% der Fälle positiv), durch Tesafilmstreifen-Methode (längs der Analfalte aufkleben und über Nacht liegen lassen; auf Objektträger kleben und bei schwacher Vergrößerung mikroskopieren), zusätzlich auch noch mikroskopische Untersuchung des Fingernagelschmutzes.
Die Erkrankung kann symptomlos auftreten. Wenn sich Erscheinungen zeigen, findet sich häufig ein Analjucken (insbesondere nachts). Bei schwererem Befall kann es unter Umständen zu Bauchkrämpfen kommen. Außerdem sind vermehrter Stuhldrang und Analekzem möglich. Bei den Kindern beobachtet man dann nervöse Störungen.

Therapie: Vielfach ist die Behandlung des Kindes allein nicht zweckmäßig, weil Eltern und andere Familienangehörige ebenfalls schon infiziert sind. In diesem Fall muss die gesamte Familie behandelt werden. Im Vordergrund steht zunächst die gründliche Körperhygiene. Nach jeder Darmentleerung muss eine gründliche Reinigung mit Seife erfolgen (auch der Hände und Finger). Das Kratzen im Bereich des Afters sollte nach Möglichkeit unterlassen werden (sehr schwierig!), um weitere Infektionen zu vermeiden. Ziel der medikamentösen Behandlung muss es sein, die Würmer mit geeigneten Mitteln abzutreiben.
Biologische Therapie: Folgende Wurmkur hat sich hier bewährt: Zunächst wird der 1. Kurtag mit der Gabe von Tee und Zwieback eingeleitet.
Fertigarzneimittel: 
1. Regenaplexmittel Nr. 116a und 116b Tropfen
in Kombination - von jedem Fläschchen je 10 Tropfen in ein Glas mit kaltem, abgekochtem Wasser geben. Die Mischung morgens nüchtern schluckweise gut einspeicheln und schlucken. Auf diese Art das Glas leeren.
2. Vermizym
Anwendung für Kinder: Die bunten Kleindragees werden erfahrungsgemäß von kleinen Kindern gern genommen. Die Kinder erhalten morgens nüchtern 1 Teelöffel gestrichen voll Kleindragees, die unzerkaut mit etwas Tee geschluckt werden. Das anschließende Frühstück besteht aus Kräutertee und Zwieback (keine eiweißreiche Kost wie Fleisch, Wurst, Eier, Käse, Topfen, weil diese Speisen die Wirkung von Vermizym vermindern).

1 und 3 Stunden nach dem Frühstück ist jeweils 1 Teelöffel voll Kleindragees einzunehmen (pro Tag also insgesamt 3 Teelöffel voll Kleindragees), die unzerkaut zu schlucken sind. Diese Kur soll insgesamt 3 Tage durchgeführt werden. Am Abend vor Kurbeginn und am Abend des letzten Kurtages ist die Einnahme eines Abführmittel (1 Teelöffel Rizinusöl) empfehlenswert, um den Darm möglichst zu entleeren und auch die Ausscheidung der abgetöteten Würmer zu beschleunigen.

Anwendung für Erwachsene: 
Am Abend vor der Vermizymkur ist die Durchführung eines Einlaufs notwendig oder die Einnahme eines Abführmittels (z.B. 1 Dragee Agaffin vor dem Schlafengehen, da die abführende Wirkung nach 6-10 Stunden eintritt). Am folgenden Morgen werden auf nüchternem Magen 5x1 Dragee Vermizym unzerkaut eingenommen. Für das Frühstück kommen Kräutertee und Zwieback in Betracht. Jeweils 5 weitere Dragees werden 1,2,3 und 4 Stunden nach dem Frühstück genommen, also insgesamt 25 Dragees am 1. Tag. Mittags und abends wird eiweißarme Kost (z.B. Reis, Kartoffeln, Brot, Salate) zu sich genommen.  Am späten Abend soll wieder 1 Dragee Agaffin eingenommen werden oder ein Einlauf mit der Klyso-Pumpe durchgeführt werden. Bei stärkerem Wurmbefall ist in der Regel eine gleichartige Fortsetzung der Wurmkur am 2. und 3. Tag zu empfehlen. Am letzten Abend der Kur soll wiederum 1 Dragee eingenommen bzw. ein Einlauf durchgeführt werden.


Chemische Therapie:
1. Pantelmin Tabletten
Zur einmaligen Anwendung 1 Tabl. (Bei Kindern unter 5 Jahren ½ Tabl.). Da bei den Madenwürmern der Entwicklungszyklus sehr kurz ist, besteht eine hohe Gefahr der Wiederinfektion. Deshalb wird empfohlen, die Behandlung nach 2-4 Wochen zu wiederholen.
2. Combantrin 250 mg - Kautabletten:
6 Monate bis 2 Jahre (Körpergewicht unter 12 kg): ½ Tabl.
2-6 Jahre (12-22 kg): 1 Tabl.
6-12 Jahre (222-41 kg): 3 Tabl.
Erwachsene über 45 kg: 4 Tabl. zerkaut und zusammen mit Wasser einnehmen. Die angegebenen Mengen sind jeweils auf einmal einzunehmen.
3. Combantrin - orale Suspension:
6 Monate - 2 Jahre (unter 12 kg): ½ Messlöffel
2-6 Jahre (12-22 kg): 1 Messlöffel
6-12 Jahre (22-41 kg): 2 Messlöffel
über 12 Jahre (41 - 85 kg): 3 Messlöffel
Erwachsene (über 85 kg): 4 Messlöffel unabhängig von Tageszeit und Nahrungseinnahme einzunehmen. Abführmittel und Einläufe ebenfalls nicht notwendig.

Bandwürmer
Die Bandwürmer leben in verschiedenen Zwischenwirten (Rind, Schwein) und gelangen durch den Verzehr von rohem oder ungenügend gekochtem Rinder-, Schwein- oder Fischfleisch in den menschlichen Körper. Der Nachweis erfolgt im Stuhl makro- oder mikroskopisch. Die Symptomatik kann völlig unauffällig sein. Es können jedoch Verdauungsstörungen in Form von Durchfällen und Verstopfung, Schmerzen im Bauchbereich, Übelkeit, Appetitsteigerung oder Appetitlosigkeit auftreten.
Biologische Wurmkurbehandlung bei Bandwürmer:
1. Über den 1. Behandlungstag verteilt sollten nur rohe Karotten, rohes oder gekochtes Sauerkraut zugeführt werden. Als Getränke sollten nur Kräutertees in Anwendung kommen (Wermuttee und Eberkrauttee).
2. Am 2. Behandlungstag werden nüchtern ca. 30-50 geschälte Kürbiskerne in geriebenen Äpfeln verabreicht. Nach 2 Stunden werden 2 Teelöffel Rizinusöl gegeben. EIN RINDERBANDWURM erreicht die Länge von 5-10 m, hat 4 Saugnäpfe und keinen Hakenkranz.

DER SCHWEINEBANDWURM wird ähnlich lang, hat ebenfalls 4 Saugnäpfe und außerdem einen Hakenkranz. Ist der Kopf des Bandwurms jedoch nicht abgegangen, so erfolgt ein Darmbad. Als Darmbad empfiehlt sich der Einlauf mit Knoblauchwasser (ca. 80 g Knoblauch auf 1 Liter Wasser).  
Homöopathie: Natrium sulfuricum D6/D12 Crotalus D12
Chemische Therapie: Pantelmin Tabletten


Spulwürmer
Spulwürmer (Ascariden) gleichen äußerlich gelb-weißlichen Regenwürmern und sind ca. 10 bis 50 cm lang. Über ungenügend gereinigtes Rohgemüse oder Fallobst gelangt das Ascaridenei in den menschlichen Körper. Die Larven entwickeln sich im Dünndarm und wandern dann mit dem Blutstrom über Leber, Lunge, Kehlkopf und Schlund, um wieder durch das Schlucken in den Dünndarm zu gelangen. Der Nachweis der Eier erfolgt im Stuhl. Die Erkrankung geht häufig symptomlos einher. Auftreten können jedoch in schweren Fällen: krampfartige Leibschmerzen, Erbrechen (ev. von Würmern), Appetitlosigkeit, Heißhunger und Blässe.

Biologische Therapie: Wie bei allen Wurmerkrankungen sind vor den Mahlzeiten ¼ kg geriebene Karotten einzunehmen.
Folgende Kräuterteemischung sollte für etwa 5 Tage mit Behandlungsbeginn über den Tag verteilt schluckweise getrunken werden:

Chemische Therapie: Dosis: Je 1 Tablette morgens und abends an 3 aufeinanderfolgenden Tagen für Erwachsene und Kinder ab dem 5. Lebensjahr.
Für Kinder unter 5 Jahren wird die halbe Dosis empfohlen.
Combantrin 250 mg Kautabletten bzw. orale Suspension:
Dosis siehe bei Therapie von Madenwürmern.

 

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