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Ein
weiteres Entgiftungs- oder Ausleitungsverfahren, das in der Hildegard-Praxis
eingesetzt wird, ist „das
Schröpfen“.
Auch hier stellt sich
wieder die Frage wie beim Aderlass, nämlich: was verstehen wir - im Sinne
Hildegard - unter dem Schröpfen ?
Das Schröpfen ist eine
Verminderung der im Körper kreisenden, mit Schlackenstoffen beladenen
Lymphflüssigkeit. Zu dieser beim Schröpfen bewirkten Verminderung der Lymphe
kommt als erwünschte Nebenwirkung hinzu, dass zugleich der Lymphfluss und
die Neubildung von Lymphflüssigkeit angeregt werden.
Beim Schröpfen
wird in einem Schröpfglas ein Vakuum erzeugt. Durch die Möglichkeiten des
20. Jahrhunderts geschieht dies mit einer Vakuumpumpe. Eine wichtige
Ergänzung ist die Verwendung eines Manometers (zur Feststellung des
Unterdrucks). Auf diese Weise können wir eine kontrollierte, individuelle
Vakuumerzeugung durchführen. Die Empfindlichkeit der Patienten ist
unterschiedlich. Man kann eine Vakuumerzeugung durchführen von z.B. 0,4 -
0,7. Gerade so, dass es der Patient noch gut vertragen kann.
Aber nun kommt
der wichtige Punkt: Wenn man alle Schröpfglocken, die gleichzeitig gesetzt
werden, mit exakter gleichen Evakuierung durchführt, dann bekommt man
zuverlässige und deutliche diagnostische Aussagen und Hinweise.
Es ist bekannt,
dass es Hautverfärbungen durch das Schröpfen gibt. Je dunkler die Haut sich
in das Bläuliche oder gar Violette hinein verfärbt, umso stärker ist die
Giftbelastung des Patienten, bzw. des mit der Schröpfzone in Zusammenhang
stehenden Organs.
Das Vakuum saugt
die unter der Haut vorhandene Lymphe (Schleime) an sich, in das Glas. Diese
Schleime wiederum gelangen dann durch künstlich in der Haut geschaffene
Öffnungen aus dem Gewebe auf die Hautoberfläche und somit aus dem
Organismus.
Hildegard beschreibt dies in folgenden Worten:
„Schröpfen ist
zu jeder Zeit gut und nützlich, damit die schädlichen Säfte und Schleime,
die sich im Menschen befinden, vermindert werden.
Die Schleime
sitzen zum größten Teil zwischen Haut und Fleisch, und sie sind dem Menschen
besonders nachteilig“.
Wie beim Aderlass
die Schleime aus den Adern entfernt werden, so werden beim Schröpfen die
Schleime, die mit Stoffwechselschlacken angereicherte Lymphe, aus dem Gewebe
entfernt.
Diese Schleime
behindern die Entsorgung des Gewebes von Schlackenstoffen und hemmen die
Versorgung des Gewebes und somit auch der Organe mit Nährstoffen.
Zudem
verlangsamen sie den Stoffaustausch zwischen den Zellen und wirken sich
daher auf den gesamten Organismus nachteilig aus.
In der Praxis hat
es sich bewährt, die zu schröpfenden Hautbezirke nur punktuell zu eröffnen
(mit einer Lanzette).
Diese punktuelle
Öffnung der Haut hat zudem den großen Vorteil, dass keine Wunden und in der
Folge Narben auf der Haut zurückbleiben können.
Die
Schröpfstellen schließen sich in der Regel unmittelbar
nach Abnehmen der Schröpfgläser, ohne bleibend Narben zu hinterlassen.
Schröpfen ist das Mittel
der Wahl zur Entgiftung nicht nur an Jugendlichen, es kann auch bis ins
Alter hinein als therapeutischer Eingriff zur Säftereinigung eingesetzt
werden.
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