Störfaktor Palladium

 

In der täglichen Praxis sieht man immer häufiger, dass durch Palladium Störwirkungen ausgelöst werden, die im wesentlichen durch eine Schwächung der Bauchspeicheldrüse zu erklären sind. Entsprechende Diagnose und Therapie werden erörtert. Durch die Bestrebungen der verschiedenen Gesundheitsminister, möglichst preiswerte Alternativen in der medizinischen und insbesondere der zahnmedizinischen Versorgung zu finden, wurden in den vergangenen Jahren bei den verwendeten Zahngoldlegierungen vermehrt edelmetallreduzierte- und Nichtedelmetall - Legierungen eingesetzt. Diese sind stark palladiumhaltig im Vergleich zu den hochgoldhaltigen Legierungen, die einen geringeren Anteil an Palladium enthalten. Hier soll nun eine Übersicht über häufige Störungen gebracht werden.

Störwirkungen durch Palladium
Zwei Möglichkeiten zum besseren Verständnis dieser Störwirkungen sind bekannt: Zum einen sind die Kenntnisse aus der Akupunktur hilfreich. Dabei ist vor allem die Tatsache wichtig, dass das Palladium einen direkten reflektorischen Bezug zur Bauchspeicheldrüse hat, vor allem zum Tonisierungspunkt MP2 dieses Funktionskreises (siehe Zeichnung unten). Zum anderen führen uns, wie bei allen anderen toxischen Belastungen, die Angaben zum Arzneimittelbild aus der Homöopathie weiter.
  Textfeld:  Aspekte aus der Akupunktur:Schon seit Jahren ist bei der Behandlung der Schuppenflechte die Nadelung des Bauchspeichendrüsen-Areals am Ohr (s. Abbildung) bzw. des Tonisierungspunktes des Milz-Bauchspeicheldrüsen-Meridians MP2 (rechtes Ohr) bekannt. Das bedeutet, dass dieser Funktionskreis und sein Organ energetisch gesehen geschwächt sein müssen, um diese Krankheit zum Ausbruch zu bringen.
  Aspekte aus der Homöopathie:In der entsprechenden Literatur wird der Bezug zur Haut erwähnt. Ein Hautjucken am ganzen Körper, an Armen und Beinen und eine Pickelbildung werden erwähnt; diese Pickelbildung soll an „Flecken wie nach Flohstichen“ erinnern. Von Zahnärzten werden vermehrt Beobachtungen über Schleimhautveränderungen berichtet, wie starke Empfindlichkeit der Mundschleimhaut, Riss- und Kraterbildungen auf der Zungenoberfläche, aber auch Mundtrockenheit oder extremer Speichelfluss.

In den homöopathischen Arzneimittellehren werden einige Symptome beschrieben, die man am ehesten unter der Überschrift „rheumatisch“ zusammenfassen kann. So wird dort ausgeführt: motorische Schwäche, müdes Gefühl im Kreuz, Schwere und Müdigkeit in den Gliedern; Steifheit im Nacken und Schmerzen in der Brustwirbelsäule, ziehende Schmerzen in den Armen, stechende Schmerzen von den Zehen zu den Hüften oder von der Hüfte zur Kniekehle; rheumatische Schmerzen in der rechten Schulter, in der rechten Hüfte; Ischialgie. Auch neuralgische Schmerzen werden beschrieben.

Einen weiteren engen Bezug scheint Palladium zu den Genitalorganen vorwiegend der Frauen zu haben. So wird in allen Arzneimittellehren ein Schweregefühl im Becken mit   Herabdrängen der Unterleibsorgane erwähnt. Eindrucksvoll sind auch die Schilderungen der Geistes- und Gemütssymptome von Palladium. Führend sind hier die folgenden Symptome: Ichbezogenheit=Egozentrik, Geltungsbedürfnis; Neigung, von sich selbst zu sprechen; liebt Anerkennung, Lob und Schmeichelei; bildet sich aber häufig ein, vernachlässigt zu werden; ist leicht beleidigt; sehr reizbar und ungeduldig; Folgen von verletztem Stolz; ist in Gesellschaft sehr angeregt, nachher aber deprimiert und weinerlich; große Neigung zum Weinen; Hysterie.

Beobachtungen aus meiner Praxis
Tatsächlich ist das Auftreten von schuppenflechteähnlichen Hauterscheinungen eines der häufigsten Symptome einer Palladiumbelastung, die bei den betroffenen Patienten gefunden werden. Bemerkenswert ist, dass auch Patienten, in deren Familie bislang keine Hinweise für eine Neigung zur Schuppenflechte  vorlagen, oftmals schuppenflechteähnliche Hautausschläge entwickeln. Die Dauer zwischen Einbringen der palladiumhaltigen Legierung in den Mund und erstem Auftreten der Hauterscheinungen kann durchaus einige Jahre betragen; dabei wird von einem eher schleichenden Verlauf berichtet, während bei den genetisch belasteten Patienten meist über plötzlich auftretende, sehr heftige Ausschläge geklagt wird.

Bei einigen meiner Patienten standen dabei Schmerzen und Schwellungen im Hand- und Fingerbereich im Vordergrund. Aber auch über Knie-, Hüft- und Wirbelsäulenbeschwerden wurde geklagt. Immer wieder werden diese Schmerzen als dumpf-ziehend oder rheumatisch beschrieben. Über eine Verschlimmerung der Schmerzen durch Bewegung, aber Besserung bei fortgesetzter Bewegung („Einlaufen der Gelenke“) wurde mehrfach geschildert. Die Geistes- und Gemütssymptome werden von den Patienten allerdings meistens nicht beschrieben. In meiner Praxis habe ich aber schon einige Patienten erlebt, auf die die entsprechenden Schilderungen in den homöopathischen Arzneimittellehren hervorragend passten. Zahnärzte berichten über Patienten mit Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche und rasch wechselnden Stimmungen von „himmelhoch jauchzend“ bis „zu Tode betrübt“.

Fazit
Sowohl das physikalisch-chemische Verhalten als auch das homöopathische Arzneimittelbild von Palladium erinnern in vielem an Platin. Das ist auch der Grund, warum Platin ohne große technische Probleme durch Palladium ersetzt werden kann. Nicht nur in der Zahnmedizin begegnet uns diese Handhabung. Auch im technischen Bereich, nämlich bei der Herstellung der Autokatalysatoren, wird statt des teuren Platins das billigere Palladium verwendet. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Anreicherung von Palladium in der Atemluft. Dies führt zu einer Sensibilisierung durch die Luft zusätzlich zu der Problematik durch die zahnärztliche Versorgung. Die doppelte Belastung mit Spuren dieses Metalls wird uns in den nächsten Jahren noch eine ganze Menge neuer - wohl nicht angenehmer - Erkenntnisse über das Palladium bescheren. Dies soll eine Anregung zum Einstieg sein. Es zeigt sich, wie sinnvoll es ist, sich mit mehreren Heilmethoden auseinander zusetzen.

Therapie
Wenn eine Palladiumbelastung vorliegt und diese Füllungen noch vorhanden sind, empfiehlt sich folgendes Vorgehen: Verordnung von Folsäure und Vitamin H, evtl. ein Zinkpräparat - je nach Austestung. Entfernung der entsprechenden Füllungen. Palladiumausleitung mit homöopathischen Hochpotenzen. Nach Austestung geeigneter Füllmaterialien kann die endgültige Versorgung der Zähne vorgenommen werden.

 

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